rund show – Endlich mal ne Nerd-Sendung
16. Mai 2012
Endlich. Endlich! Fernsehen für Nerds bei dem man keine Wutanfälle bekommt.
Endlich. Endlich! Fernsehen für Nerds bei dem man keine Wutanfälle bekommt.
Es ist ganz einfach. Gebt mir kleine, schlanke, hochspezialisierte Tools und ich bin glücklich. Also kein Druck/Fax/Kopierer, kein Smartphone. Was der Mensch braucht sind ein Drucker, ein Scanner, ein Fax, ein Kopierer, ein mp3-Player, ein Netbook oder Tablet, ein Telefon, das wirklich nur Telefon ist, eine Digicam und ein PC zu Hause mit ner Cherry G80 Tastatur mit linearem Druckpunkt.
Geht ein Gerät kaputt, ist nicht gleich alles hin. Klaut man mir mein Handy, ist nicht gleich die Musik weg oder meine Mail-Accounts kompromittiert. Abgesehen davon sind kleine hochspezialisierte Geräte qualitativ oft um Welten besser als ein Mufu-Gerät. Ich rate mal zu einem Klangvergleich von einem alten Cowon iAudio7 mit einem aktuellen iPhone. Da schneidet das iPhone nicht so gut ab. Oder vergleicht Fotos von meiner 15 Jahre alten EOS D60 mit nur sechs Megapixeln mit Handy-Photos. Bei Objektiven zählt eben die Öffnung, nicht die CMOS-Auflösung dahinter.
Es ist mit Gadgets wie bei Unix. Kleine, hochspezialisierte Tools sind besser. Stell Dir die Reaktion eines Handwerkers vor, wenn Du ihm ein Megatool verkaufen wollen würdest: Handkreissäge mit Flex- und Bohrfunktion, integrierter Wasserwaage, als Hammer und Zange verwendbar, und es ist nicht nur ein Schlagbohrer, nein den Schlag kann man auch beim Sägen oder Flexen einschalten!
Santino ist ein Schimpanse im Zoo, der seit 2009 mit Begeisterung Steine auf Besucher schmeisst. Bevor er seine Steine schmiss, hatte er früher immer Drohgebärden gezeigt. Nun hat er seine Strategie verfeinert. Unschuld heuchelnd wartet er harmlos neben einem Heuhaufen, bis die Besucher in Wurfweite kommen. Dann greift er blitzschnell in sein unter dem Heu verstecktes Munitionsdepot und läßt es Steine regnen.
Forscher halten das als ein Zeichen für vorausschauendes Denken.
Das finde ich sehr bemerkenswert, weil eine Theorie besagt, dass Intelligenz nur jagenden Spezies vorbehalten ist. Um bei der Jagd erfolgreich zu sein, war beim Menschen eine Simulation verschiedener Strategien erforderlich, in der auch eine Projektion seiner selbst enthalten war. Daraus entstand letztendlich das Bewußtsein. Intelligenz und Agressivität liegen wohl nicht allzuweit voneinander entfernt.
Der Blätter-Artikel Netz ohne Vertrauen: Die neue Mega-Öffentlichkeit bringt es im Abschnitt “Die Geburt des Internet” auf den Punkt, was an Facebook der Bug ist:
Facebook basiert auf der Spährentheorie zum Thema Privatsphäre, wie sie auch in der heutigen Rechtsprechung zu finden ist. Die kann man sich wie Zwiebelschalen vorstellen, ganz innen ist die Instimspähre, darum kommt der “Kernbereich privater Lebensgestaltung”, dann die räumliche Sphäre mit der Unverletzlichkeit der Wohnung usw.
Eine andere Theorie, die der Personae besagt hingegen, dass wir uns in verschiedenen Gruppen mit verschiedenen Rollen bewegen, denen wir unterschiedliche Informationen zukommen lassen. Freunden im Sportverein erzählt man andere Dinge als seinen Kollegen in der Firma oder den Eltern zu Hause.
Ich persönlich halte das für ganz elementar um seine Persönlichkeit überhaupt entfalten zu können. Das kann ich mit Facebook aber nicht abbilden, ganz zu schweigen davon, dass selbst wenn Facebook das könnte, ich ihm trotzdem nicht ALLE Daten anvertrauen würde.
Im Lauf der Jahre hatte ich viele Boote. Zu jedem Bootsmotor baut man nach einer Weile eine emotionale Beziehung auf. Man lernt seine Macken kennen, seine Vorlieben. Wie er schnell anspringt, wenn er kalt ist. Oder warm. So ein Motor und ich sind eine Einheit. Er wurde liebevoll jedes Jahr gewartet. Der Motor ist ein Teil von mir. Wenn man sich dann nach einigen Jahren trennt, passiert das nicht einfach so, da kommen große Gefühle hoch.
Gestern war es nun wieder soweit. Der kleine 2-PS-Viertakter von Honda wird nie wieder an meiner kleinen Ixylon hängen. Darum hier ein paar Worte zum Abschied.
Bin ich Dich endlich los, Du saublödes, unzuverlässiges Dreckstück! Bist nie richtig gelaufen, obwohl Du noch nicht mal eingefahren warst! Scheissteil! Wolltest mich sogar zum Abschied noch verarschen, nach dem Verkauf stellt sich raus, dass Dein Impeller kaputt war und Du ohne Wasser gelaufen wärst! Du Mistding, jetzt kannst Du anderen Leuten den Nerv rauben!
So. *…beruhigedichberuhigedich…*
Mein nächster Motor wird ein Elektromotor.
Der Europäische Gerichtshof hat heute entschieden, dass
“weder die Funktionalität eines Computerprogramms noch die Programmiersprache oder das Dateiformat, die im Rahmen eines Computerprogramms verwendet werden, um bestimmte Funktionen des Programms zu nutzen, eine Ausdrucksform darstellen.
Ließe man nämlich zu, dass die Funktionalität eines Computerprogramms urheberrechtlich geschützt wird, würde man zum Schaden des technischen Fortschritts und der industriellen Entwicklung die Möglichkeit eröffnen, Ideen zu monopolisieren.”
Ja!
Wollte ich das Tonstudio bislang eher als Einzelkämpfer angehen, gehen meine Überlegungen mittlerweile auch dahin, es als Verein zu realisieren. Die Reaktionen von einigen Musikern und Tontechnikern, die ich darauf angesprochen habe, waren durchweg positiv. Allerdings will das gut überlegt sein: Zwei Drittel der Investitionen sind getätigt (Protools, Pult, Bandmaschine, Mics, Outboard-Kram), das was jetzt noch einmal richtig teuer wird, ist der Ausbau von zwei Aufnahmeräumen und der Regie. Danach kosten diese allerdings auch Miete und ich wollte darin eigentlich nicht mehr als zwei Tage in der Woche verbringen, hey das soll doch nur ein Hobby sein.
Was bei der Vereins-Variante zu bedenken wäre: Wenn mehrere Leute gemeinsam Technik nutzen, muss man sicherstellen, dass damit sorgsam umgegangen wird. Dass eingeladene Musiker nichts klauen. Das erfordert wiederum ein wenig Bürokratie, die weniger Spaß macht, dazu kommt die ganze Verwaltung des Vereins.
Hmm.
Gestern hatte ein Kumpel Geburtstag und entschloß sich auch, daraus keine normale Geburtstagsparty zu machen: Wir haben sechs Stunden lang die zweite Staffel von “Die dreibeinigen Herrscher” geguckt. Und danach das “Making Of”. Wie nerdy.
Da die Anwesenden -DAS- ohne Murren mitgemacht haben, sind bei mir jetzt auch alle Hemmungen gefallen, einen Abend mit “Captain Cosmotic” zu veranstalten: Ein schönes Beispiel dafür, dass man mit einem guten Drehbuch, ohne jegliches Budget und ohne professionelle Schauspieler eine spannende, lustige SciFi-Trash-Nummer drehen kann.
Wenn das hier durchkommt, wird es für uns alle wohl Zeit für ein VPN mit einem von zwei vServern in Russland. Der erste leitet nochmal alles an den zweiten weiter, so dass niemand nachvollziehen kann, woher oder wohin Verbindungen gehen.
Wenn jetzt jemand sagt, warum dieser Aufwand, Du hast doch nichts zu verbergen, doch, habe ich. Haben wir alle. Die wollen die Vorratsdaten für Bagatelldelikte und sogar für Ordnungswidrigkeiten nutzen.
Ein paar Gerontokraten ärgern sich über Beleidigungen in irgendwelchen kleinen Foren und haben noch nicht begriffen dass so etwas keine “Öffentlichkeit” darstellt, sondern eher vergleichbar mit Gemecker unter Kumpels in der Stammkneipe ist.
Leute, macht uns nicht unser Internet kaputt, Ihr habt wirklich keine Ahnung, *wie* sauer wir dadurch werden.
Ich habe gerade eine Mail von Mt. Gox bekommen: “Your account is currently pending review”. Damit mein Konto ein “verified account” wird, wollen Sie meine wahre Identität:
-Your government issued photo ID (passport, permanent residence card or drivers license) and
- A scan of either your monthly utility bill (power, phone, TV, gas, water, etc.) or a certificate of residency issued by your local government.
Zum Thema Bicoin sollte hier auch mal gewürdigt werden, dass der Kurs seit einigen Monaten recht stabil knapp unter der 5-Dollar-Marke bleibt.
Nerds sind eben neugierig.