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Grütze zippen

23. Juli 2010

Ein Kollege hat das hier umgesetzt, wir haben jetzt ein viel, viel genaueres Accounting auf dem Cluster. Die Intervalle zur Auswertung sind frei wählbar.
Und einige Kunden kriegen jetzt Anrufe.
Man kann sich gar nicht vorstellen, was der ambitionierte Webmaster so alles bastelt. Zum Beispiel “Grütze zippen”: Eine Wordpress-Installation, die bei jedem Seitenaufruf ein 250MB-Backup erstellt. Was mit dem neuen Storage-System natürlich in Sekunden erledigt ist. Oder ein “Cache”, der zig-tausend mehrere Byte große Dateien anlegt, die dann zu Hunderten bei jedem Seitenaufruf nachgeladen werden.
Ich will bloss wieder zurück in der Urlaub. Machts gut.

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Stromausfall wegen Bomben-Sprengung?

30. Juni 2010

Ich höre gerade von meinen Kollegen, dass wir am Montag einen Stromausfall von einer Sekunde hatten. Wahrscheinlich war eine Netz-Umschaltung wegen dieser Bombe nötig, ein Umspannwerk liegt in unmittelbarer Nähe. Aber dank unserer USV haben wir davon nichts bemerkt.

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Wie man ein Festival vergeigt

28. Juni 2010

Am letzten Freitag fand im Waschhaus Potsdam das Festival “Wasserflaschen für Afrika” statt. Dabei sollten 6000 Wasserflaschen künstlerisch verschönert für 50 Euro je Flasche verkauft werden. Der Veranstalter rechnete mit 800 Gästen. Vom Geld sollte ein Großteil für Brunnenbau und ähnliche Projekte in Afrika verwendet werden.
Rechnen wir kurz nach: Das wären 375,- Euro je Gast für Wasserflaschen. Nun ja, es war ja auch recht warm.
Bei der Gestaltung der Plakate gelang ein weiteres Meisterstück. Das Bild eines Viva-Moderators unter einem großen “Wasser für Afrika”, dazu die Namen der eher alternativen Bands nur im Kleingedruckten sprachen das Publikum wohl nicht im erhofften Maße an. So blieb die Zahl der Besucher im Vergleich zur Zahl der Ordnungskräfte in einem sagen mir mal, ausgewogenen Verhältnis. Ob jeder von ihnen dann wirklich 6000,- Euro für Wasserflaschen ausgab, um das Festival doch noch zu einem Erfolgt werden zu lassen, ließ sich backstage aus den Flüchen des übel gelaunten Moderators nicht entnehmen.

Ich war gekommen, um Animal Drive zu mischen und fuhr danach wieder heim. Vorher haben mich Loosavannah sehr angenehm überrascht. Schräge Harmonien, tolle Melodik, auftaktige Halbtonschritte beim Gesang, souverän gespielt von gestandenen Rockern. “Postman” gefiel mir am besten.

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Spamassassin und T-Online-Server ohne DNS-Eintrag

28. Juni 2010

T-Online hat offensichtlich für mehrere Server (z.B. fwd01.aul.t-online.de oder fwd01.t-online.de) keine DNS-Einträge gesetzt, trotzdem werden von T-online diese “Server-Namen” ohne Angabe von IPs in die Header der ausgehenden Mails geschrieben. Damit erkennt Spamassassin diese Server natürlich nicht als trusted_networks und ALL_TRUSTED feuert nicht. So liefern verschiedene Tests dann falsche Ergebnisse, RBLs werden abgefragt (was bei trusted_networks ja sonst gar nicht passiert), und einige Mails werden falsch als Spam eingestuft.
Als Workaround haben wir required_hits erhöht und den score von REVC_IN_PBL und RECV_IN_SORBS_DUL auf 0 gesetzt. Ja, und jetzt rutscht natürlich ab und an etwas Spam in die Mail. Die andere Alternative wäre gewesen, die T-Online-Server auch als internal_networks zu klassifizieren, aber von dort kommt leider auch eine Menge Spam, weil viele Kunden dort Weiterleitungen zu uns eingerichtet haben. Deswegen geht das nicht.
Eine sehr unbefriedigende Situation.

sirko | E-Mail, Spam | 2 Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Schreck lass nach

16. Juni 2010

Immer wenn ich ins Büro komme und das alte, letzte Woche ausgetauschte Storage-System auf dem Basteltisch sehe, kriege ich einen mittleren Schreck. Ach ja, das ist ja das alte. Was sich nach dem Ausschalten übrigens nicht wieder einschalten ließ.
Und das neue System in Betrieb zu nehmen, war auch keine leichte Geburt. FreeBSD 8.0 mit ZFS als NFS-Server mit UDP zickte an einigen Ecken (mbuf Leakage, Infinite Retry Loop), Jumbo-Frames funktionieren immer noch nicht.
Aber so ist das an der blutigen Kante. Der Umstieg beschert erst einmal zahlreiche schlaflose Nächte, dafür klopft man sich hinterher jahrelang auf die Schulter. ZFS kommt dem, was ich mir vor drei Jahren gewünscht habe schon ziemlich nahe, es ist nur noch kein verteiltes Dateisystem. Aber skalierbar. Skalierbar! Es ist einfach nur praktisch, die Dateisystemgröße während des laufenden Betriebes ändern zu können, indem man einfach die Festplatten nacheinander austauscht und in den Pool integriert. Und von SSD-RAIDs als L2ARC und ZIL Devices für den Pool habe ich damals noch nicht einmal zu träumen gewagt.

sirko | FreeBSD, Hardware | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Der Test für Praktikanten

15. Juni 2010

Zaghaft klopfte der Praktikant an die Tür.
Drohend, langsam wie in Zeitlupfe gesprochen kam von drinnen die Antwort: “Herein!
Innen war alles schwarz. An der Decke warf ein Spot senkrecht einen blauweißen Kreis auf den Boden. Dahinter stand ein Schreibtisch aus massivem Ahorn, an ihm saß der Administrator, umringt von riesigen Monitoren, die wie Mauern einer Festung wirkten. Er blickte dem ängstlich eintretenden Praktikanten ohne Unterlaß direkt in die Augen. Als dieser vor dem Kreis stehen blieb, schrie er ihn an:
Weiter!
Unsicher, was gemeint war, blickte der Praktikant auf.
Stell dich nicht dumm, los, weiter in das Licht!
Als er im Licht stand, holte er tief Luft. Der Administrator schob ihm eine Rolle CAT5-Kabel, ein paar RJ45-Stecker und eine Crimpzange herüber.
Du crimpst jetzt die LART-Peitsche für deinen eigenen Einstellungstest! Nimm acht Kabel, einen Meter lang. Von jedem Kabel nimmst Du an einem Ende vier Adern, an die jeweils ein Stecker kommt. Los!
Während der Praktikant, fast noch ein Teenager, crimpte, blätterte der Administrator in Unterlagen.
Du heißt also Marcus! Wie der römische Kaiser Marcus Aurelius. Weißt Du, was der einmal gesagt hat?
Er machte eine Pause, nahm dem Praktikanten das Kabel aus der Hand und prüfte dessen Belegung. Angstvoll blickte der Praktikant kurz auf und schüttelte den Kopf. Ohne Marcus dabei auch nur angesehen zu haben, gab der Administrator ihm das Kabel zurück und fuhr leise, fast beschwörend mit seinem Monolog fort:
Die Menschen sind füreinander da. Also belehre oder dulde sie.
Er stand auf und ging um den Praktikanten herum, der inzwischen vor Aufregung heftig atmete. Er beugte sich herunter zu seinem Ohr und flüsterte:
Was Mark Aurel einmal gesagt hat, spielt an diesem Ort aber absolut keine Rolle.
Fieberhaft crimpte Marcus die Kabel. Um ihn herum wanderte der Administrator ohne ein Wort, er hörte nur seine Schritte, von links nach hinten wandern, von rechts, von vorn – minutenlang. Schließlich waren die Kabel fertig.
Nimm noch ein Stück Kabel, Marcus. Binde damit auf einer Länge von neunzehn Zoll die vier Kabel am Ende ohne Stecker fest zusammen. Das wird der Stiel, er muß sehr fest sein.
Der Praktikant gehorchte. Schließlich war die Peitsche fertig und der Administrator wog sie prüfend in der Hand.
Jetzt können wir beginnen. Fangen wir mit der wichtigsten Frage an. Warum bist Du hier, Marcus?
Ich will ein Praktikum machen.
Hart schlug der Administrator zu. Die Netzwerkstecker an den Enden der LART-Peitsche verursachten kleine Risse im T-Shirt des Praktikanten und kleine Wunden an den Armen.
Unzureichende Antwort! Sieh mich an, das ist doch eine ganz einfache Frage: Warum bist du hier?
Ich will später mal Informatik studieren.
Unzureichende Antwort!” Erneut schlug er mit der Peitsche zu.
Sieh her, ich stelle Dir eine genaue Frage und will eine genaue Antwort, kein Geschwafel, aus dem ich mir irgendeine Antwort zusammenreimen soll! Warum bist Du hier?
Marcus begann zu schluchzen.
Ich… ich will einen Einblick gewinnen… von den Aufgaben… die mich in meinem späteren Berufsleben erwarten.
Völlig unzureichende Antwort! Du versteckst dich hinter leeren Phrasen! Kannst du nicht selbst denken, hast du keine eigenen Worte? Leute wie du sollten lieber BWL studieren, du wirst bestimmt ein prima Powerpointer fürs Bullshit-Bingo! Ich frage dich jetzt ein letztes Mal: Warum bist Du hier?
Weinend brach Marcus zusammen. In diesem Moment kam der Supporter herein. In Sekundenbruchteilen erfaßte er die Situation. Mit einem strafenden Blick schaute er kurz zum Administrator und fragte dann sanft:
Wie heißt Du, junger Mann?
Der Praktikant schluchzte nur.
Er heißt Markus.” Der Administrator setzte sich hinter seinen Schreibtisch und begann, auf der Tastatur herumzuklimpern. Der Supporter wandte sich wieder zum Praktikanten.
Markus, weine nicht. Er versucht, dich auf etwas vorzubereiten. Körperlicher Schmerz ist das kleinere Übel. Er wird dich härten. Ich zeige Dir einmal, was ich meine.
Er verließ der Raum, der Praktikant saß stumm auf dem Boden und wischte sich die Tränen aus den Augen. Der Supporter kam zurück, klappte einen Laptop auf und setze sich ein Headset auf.
Hör genau zu, Markus, mein Freund. Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen. Ich werde jetzt einen Anruf von unserer Hotline beantworten, ich werde mit einem K-u-n-d-e-n” – er zog das Wort in die Länge, “telefonieren.
Fortsetzung folgt.

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IT Crowd und ritualisierte Kommunikation

15. Juni 2010

Bei der IT Crowd-Folge S03E02 (“Richtige Männer”) bin ich neulich ganz schön nachdenklich geworden, als die beiden Protagonisten Fußball-Sprüche auswendig lernten, um ritualisierte Kommunikation mit “normalen” Männern treiben zu können. Diese Darstellung finde ich ziemlich realistisch.
Mir ging es früher ähnlich, mit 25 habe ich mir in einer Jugendclub-Baracke einen Mentor gesucht, um von ihm Smalltalk zu lernen. Das hat so natürlich nur sehr eingeschränkt funktioniert, weil durch Smalltalk eine ganze Menge nonverbaler Information ausgetauscht wird, was mir leider erst einige Jahre später klar wurde. Genau wie für die IT-Crowd-Protagonisten ging die Sache auch für mich nach hinten los, weil ich gar nicht begriff, was ich tat.
Aber kommen wir einmal zurück zu ritualisierter Kommunikation. Sinnvoll und nützlich ist sie doch nur, wenn man sich mit Menschen unterhalten muß, die man nicht oder wenig kennt. Oder keine gemeinsamen Interessen hat. Genau das Gleiche sind Gesellschaftsspiele. Alle wissen, wie sie sich zu verhalten, was sie zu sagen haben, man muss sich nicht miteinander beschäftigen.
Ein Albtraum, wenn ihr mich fragt.

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Vier Nerds beim Essen

11. Juni 2010

Vier Nerds gehen zu ihrem Lieblings-Inder und bestellen wie gewohnt. Später kommt die Bedienung mit dem Essen und fragt in die Runde: “Wer hatte das Butter-Hähnchen?

Schweigen. Alle gucken sich fragend an.

Wissen Sie, welche Nummer das hatte?

sirko | Unsinn | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Der sitzt.

11. Juni 2010

Eben kam eine E-Mail eines “Netzwerkadministrators”. Sinngemäß:

Wir sind eine Spam-Bude, die mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt und monatlich mehr als 110.000.000 Werbe-E-Mails verschickt. Leider werden unsere E-Mails mit folgender Fehlermeldung abgewiesen:
“421 mail2.bytecamp.net Too many concurrent connections from your IP. Please try again later. See http://www.bytecamp.net/de/faq/email/zustellen.html”

Bitte nehmen Sie folgende Server in Ihre Whitelist auf: …

Meine Antwort:

…wir pflegen keine manuellen Whitelists.
Aber wenn einer Ihrer 100 Mitarbeiter technisch versiert ist, brauch er nur die von Ihnen zitierte Fehlermeldung lesen, und schon sind Sie in der Lage, sich selbst zu helfen.

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Unser DPD-Mann rockt.

11. Juni 2010

Wir haben seit etlichen Jahren den gleichen DPD-Mann. Man kennt sicht, man grüßt sich, aber in letzter Zeit bin ich einfach nur noch begeistert. Eine Lieferung ging zu mir nach Hause, ich war nicht da. Was machte er? Er fuhr zu uns in die Firma und brachte es mir hierher.
Eben stöhnt er über ein 30kg-Paket. Das sei Räucherholz, erkläre ich ihm. Er meint, Holz würde er zum Räuchern nie nehmen. Späne seien viel besser und bringen doch auch eine viel schönere Farbe. Das könne ich ihm ruhig glaube, er habe Fischverarbeitung gelernt und sei sogar Meister. Dann nennt er mir noch eine Bezugsquelle für Räucherholz und -Späne hier in der Stadt.
Ist das nett? Unser DPD-Mann rockt.

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Schreie aus dem Serverraum

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