Kumpel
3. Januar 2008
Ein Kumpel arbeitet als Assistent der Geschäftsführung eines unserer Kunden, schon ein mittleres Unternehmen mit mehr als zweihundert Mitarbeitern. Wenn ich ihn anrufe, kommt es vor, daß er auf der Gegenseite nicht allein im Büro ist und versucht daher, bei den Anwesenden den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein dienstliches Telefonat. Aus dieser Situation hat sich irgendwann ein Spiel entwickelt, und das geht in etwa so:
S: “Hi G.!”
G: “Hallo Herr Z.!”
S: “Na, allet fit?”
G: “Danke, auch Ihnen ein frohes neues Jahr! Wie kann ich Ihnen helfen?”
(Er tuschelt zu den Anwesenden im Raum: “Das ist bytecamp, die Firma, wo unsere Server stehen.“)
S: “Haste die Gutscheine fürs Fitness-Center noch?”
G: “Ja, die kann ich Ihnen raussuchen.”
S: “Cool, dann sag mal, wie siehts’n diese Woche aus mit Pumpen?”
G: “Alsooo…, von mir aus noch heute.”
S: “Jeht klar. Um sechs?”
G: “Ja, das würde mir ganz gut passen.”
S: “Haste wieder die Mens Health in den Aktenordner gesteckt, damit jeder denkt, Du arbeitest?”
G: “Natürlich. Das hat sich bewährt.”
S: “Hehe. Und vormittags wieder Einweihung von irgendeinem Projekt mit Sekt und Kaviar. Jaja. Ick mußte vorhin erstmal erklären, daß wir keine Probleme mit Dildo-, Straps- und Gleitgelshops haben, aber trotzdem keine Tittenseiten mit Rubbelbildchen hosten.”
G: Schluckt: “Ehm, ja. Ich würde vorschlagen, da unterhalten wir uns später nochmal in Ruhe drüber, das würde ich schon gern etwas genauer hören.”
S: “Alles klar, dann bis nachher!”
G: “Auf Wiederhören Herr Z.!“

