Geeks und Schafe

22. Juli 2009

Es gibt Geeks und es gibt Schafe. Geeks denken nach und machen selber, Schafe haben keine Ahnung und machen nach.
Sind die Freunde bei wasweissichVZ, bei Facebook oder auch bei Xing, fallen bei Schafen alle Hemmungen, persönliche Daten preiszugeben. Gedanken, was man aus den Daten noch alles machen kann, wenn man sie mit anderen Daten anreichert, macht sich kaum jemand. Ich bin sicher, eine Menge Schafe werden sich auf die tollen neuen Features bei all diesen Portalen stürzen, die langsam zu zentralen Application Service Providern mutieren.

An die Sicherheit denkt dabei kaum jemand.

Ich würde NIE auf die Idee kommen, Applikationen wie Kontakt-Datenbank, Terminplaner, Präsentationen oder sogar dem Projektmanagement Dritten ungesichert zu überlassen. Dann könnte ich beim Tag der offenen Tür ja gleich allen Besuchern unsere Passwörter nennen und sie dann an den Rechnern rumspielen lassen.

Aber Schafe sind zu faul, zu dumm, zu kurzsichtig. Die machen das.
Selbst wenn ich den Betreibern solcher Dienste trauen WÜRDE, bestechliche Mitarbeiter gibt es überall. Sicherheitslücken gibt es überall. Und Kopien von Datenbanken sind schnell gemacht und gern gekauft.

Es wird der Tag kommen, an dem ein Schaf keine Krankenkasse mehr findet, weil es für den Rentner von nebenan netterweise immer eine Flasche Schnaps vom Supermarkt mitgebracht hat, dann noch 1% Rabatt einheimsen wollte und die Rabatt-Karte unter den Scanner hielt. Die Krankenkasse wird Jahre später eine gekaufte Datenbank über sein Kaufverhalten durchsuchen, regelmäßigen Alkohol-Konsum vermuten und das Schaf ablehnen.

Schafe lieben Free-Mail-Provider, Webmailer sowieso. Manchmal haben Schafe auch eine E-Mail-Adresse, die mit t- beginnt. Den Provider wechseln? “Äh, geht nicht, da hab ich meine E-Mail-Adresse.
Schafe haben einen Blog bei einem hippen Blog-Hoster, wenn der dann eines Tages pleite geht, und sie umziehen, wundern sie sich, wo die Besucher hin sind.
Musikalische Schafe haben Bandseiten bei myspace. Und sind ganz aufgeregt über die vielen neuen “Freunde”.

Dann gibt es noch die Schaf-Geeks. Eigentlich sind sie nicht dumm, aber faul und kurzsichtig. Die fangen dann als Redakteur bei ner IT-Zeitung an, faseln den ganzen Tag von den neuen tollen Funktionen von Anbieter XYZ und züchten damit immer mehr Schafe.

Es gibt da für mich ganz einfache Regeln. Zentral ist schlecht, verteilt ist gut. Sicherheit ist wichtiger als Einfachheit.

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