Jagdinstinkt
1. Februar 2008
Im Prinzip sind wir Administratoren doch so etwas wie Kindergärtner für Erwachsene. Regelmäßig baut einer unserer Kunden Bockmist. Ein Großteil unserer Zeit geht drauf, unseren Kunden zu erschweren, Dummheiten zu begehen. Dabei stellen sie sich aber manchmal so dermaßen kreativ an, daß wir kaum hinterherkommen. Gestern war ich wieder mal auf der Jagd nach einem dieser kreativen Köpfe. Der Datenbank-Traffic stieg um einige zehn Megabit an, die Last auf einem Datenbankserver auf das Dreifache. Und es war einfach nicht zu sehen, wer das nun war, es fiel niemand durch eine extrem hohe Anzahl von Anfragen oder CPU-Last auf. Da kommt nach einer Weile wirklich so etwas wie Jagdinstinkt auf. Schließlich war es ganz einfach: Der betreffende Kunde hatte so etwas wie eine Kette von Scripten mit verschiedenen Usern und Domains auf verschiedenen Servern verschiedener Resellerkunden von ihm gebaut, um – und jetzt kommts – die Ergebnisse einer Motorkegelbahn auszuwerten. Jeder einzelne User für sich beanspruchte schon recht viel Rechenzeit, aber noch so wenig, daß er damit unter dem Radar flog. Als ich die Kette an einer Stelle unterbrach, indem ich einen User sperrte, zeigten sich die anderen Glieder der Kette sehr schnell, weil deren Prozesse hängen blieben. Darauf muß man erstmal kommen!
Ansonsten findet man die Stresser (so heißen die bei uns intern) sehr schnell, sei es nun das Torrent-Verzeichnis, das auf einer Subdomain eines Gymnasium betrieben wird (die Ansprechpartner der Schule wissen natürlich nicht einmal, daß das überhaupt existiert, geschweige denn, was das ist), Untermieter, von denen nicht einmal der Betreiber weiß und so weiter.

