Preußische Administratoren

Man sagt, wenn der Preuße nicht meckert, ist er nicht glücklich. Findet ein Preuße etwas so richtig Klasse, äußert er seine Begeisterung mit den Worten “Da kann man ja nicht meckern.”

Ich bin Preuße durch und durch.

So und jetzt komme ich mal zum Thema Netzwerkkarten. Über all die Jahre haben wir da so Einige in Betrieb gehabt. Striktes Verbot herrscht inzwischen für Realtek-Chipsätze. Diese Dinger gingen immer schneller kaputt, als man den Server ins Rack geschraubt hatte. Äußerst stabil laufen seit jeher eigentlich nur Karten mit Intel-Chipsatz. Unter FreeBSD war das früher der fxp-, inzwischen der em-Treiber.
Sagen wir mal: Über Karten mit Intel-Chipsätzen kann man nicht meckern.
Es gibt viele Hersteller, die auf die grandiose Idee kommen, mehrere verschiedene NICs auf einem Motherboard zu verbauen, wahrscheinlich aus Kostengründen. Sinn macht das nicht.
Server im Produktionsbetrieb sind bei uns üblicherweise an zwei Netze angeschlossen. Wird das zweite Netz nur zur Konfiguration benutzt, tolerieren wir auch schon mal ein zweites NIC mit anderem Chipsatz, wie vor einer Weile bei einem Board mit einem Intel-NIC und einem von NVIDIA. Das lief einige Monate völlig stabil, schliesslich gab es auf dem zweiten NIC keinen nennenswerten Traffic. Dann wurde das Setup umgestellt und über das zweite NIC lief auch NFS. Was passierte? Das NVIDIA-NIC starb. Ihr wisst, wie eine Netzwerkkarte stirbt? Gaaanz langsam. Schleichend. Man bekommt davon kaum etwas mit. Es gibt keine Fehlermeldung. Bumms, NFS hängt, man kann noch zwischen den Konsolen umschalten aber Einloggen ist nicht mehr drin. Wenn man Glück hat, findet man danach eine Fehlermeldung “kernel: nfs server blafasel… not responding” im Log. Aber nur wenn man Glück hat. Natürlich passiert das mitten in der Nacht, man stapft schlaftrunken bei minus zwanzig Grad durch den Schnee, findet das Logfile ganz sicher ohne irgendwelche Fehlermeldungen vor, startet die Kiste neu und wird vier Stunden später erneut vom Monitoring mit einem SMS-Bombardement geweckt. Am nächsten Morgen ist dann der Support dran, der die verärgerten Kunden beschwichtigen darf. Kennt Ihr Kunden, die sich mitten in der Nacht in einer Mail über irgendetwas ärgern? Nein?
Sie verwenden das gleiche Vokabular wie der schlaftrunkene Administrator bei der nächtlichen Arbeit.

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