Nach ein paar Bier am Lagerfeuer

16. Juni 2008

Frauen klauen Klamotten. Der Gerechtigkeit halber fügen wir mal ein “Natürlich nicht Alle.” hinten an, aber inzwischen habe ich den Eindruck gewonnen, daß das irgendwie im zweiten X-Chromosom codiert sein muß. Abends, am Lagerfeuer, bekam ich einige Ihrer Tricks zu hören:

Die maximale Anzahl von Kleidungsstücken, die mit in die Kabine genommen werden darf, wird geflissentlich ignoriert. So verliert jeder etwaige Beobachter die Übersicht. Sie klauen nie zu oft im selben Laden. Sie kaufen auch immer etwas, da Diebstähle dann nicht so auffallen, auch nicht bei Läden mit Kameras. An den zu klauenden Klamotten darf kein Diebstahlschutz angebracht sein. Preisschilder und Plastebänzel werden unbedingt in mit in die Kabine genommenen Hosen versteckt, da diese über vier Taschen verfügen. Die Hosen werden danach natürlich zurückgebracht. Bleibt noch die Bügelfrage: Zwei Kleiderbügel werden in ein Kleidungsstück gesteckt und höchstpersönlich auf den Ständer zurückgehängt, von dem sie es geholt haben (die Kleiderstange vor den Kabinen wird oft von einer Garderobiere bewacht).
Es gibt wohl auch Einige, die sich die Magneten zum Entriegeln der Diebstahlsicherungen besorgt haben.

Als Systemadministrator interessiert mich so etwas natürlich, schließlich handelt es sich darum, Sicherheitslücken auszunutzen, diese Denkweise braucht man bei jedem Penetrationstest. Mit fiel dann auch eine Variante für Läden ein, in denen die Kabinen nicht von vorn einsehbar sind:

Man gehe mit einem Partner gleichen Geschlechts und idealerweise gleicher Konfektionsgröße auf Raubzug. Obige Regeln sind zu beachten, daher nehme man viele Klamotten mit in die Kabine. Der Partner nimmt nur ein einziges Kleidungsstück mit in die Kabine nebenan um unauffällig zu wirken. Das, was man klauen will, schiebt man einfach dem Partner oben oder unten durch. Zum Ablenken bezahlt der Partner jetzt seine Klamotte und verläßt vor uns den Laden, hat aber natürlich auch unsere Beute in der Tasche. Sollte trotzdem Verdacht auf uns gefallen sein, wird selbst eine Leibesvisitation keine Beweise liefern. Gegen eingenähte RFID-Tags helfen mit Alufolie ausgekleidete Taschen oder die bekannten RFID-Blocker vom Chaos Computer Club.

Dazu sollte ich wohl wirklich noch anmerken: Ich klaue nicht. Nie. Nervenkitzel hole ich mir beim Segeln.

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