Wie man ein Festival vergeigt
28. Juni 2010
Am letzten Freitag fand im Waschhaus Potsdam das Festival “Wasserflaschen für Afrika” statt. Dabei sollten 6000 Wasserflaschen künstlerisch verschönert für 50 Euro je Flasche verkauft werden. Der Veranstalter rechnete mit 800 Gästen. Vom Geld sollte ein Großteil für Brunnenbau und ähnliche Projekte in Afrika verwendet werden.
Rechnen wir kurz nach: Das wären 375,- Euro je Gast für Wasserflaschen. Nun ja, es war ja auch recht warm.
Bei der Gestaltung der Plakate gelang ein weiteres Meisterstück. Das Bild eines Viva-Moderators unter einem großen “Wasser für Afrika”, dazu die Namen der eher alternativen Bands nur im Kleingedruckten sprachen das Publikum wohl nicht im erhofften Maße an. So blieb die Zahl der Besucher im Vergleich zur Zahl der Ordnungskräfte in einem sagen mir mal, ausgewogenen Verhältnis. Ob jeder von ihnen dann wirklich 6000,- Euro für Wasserflaschen ausgab, um das Festival doch noch zu einem Erfolgt werden zu lassen, ließ sich backstage aus den Flüchen des übel gelaunten Moderators nicht entnehmen.
Ich war gekommen, um Animal Drive zu mischen und fuhr danach wieder heim. Vorher haben mich Loosavannah sehr angenehm überrascht. Schräge Harmonien, tolle Melodik, auftaktige Halbtonschritte beim Gesang, souverän gespielt von gestandenen Rockern. “Postman” gefiel mir am besten.

