Next Generation Networks

30. Juli 2008

Vor einer Weile waren wir zu Gast bei einem Vortrag über NGNs, bei dem wir mit einer gewissen Emotionalität dem werten Herrn Professor Powerpoint unangenehme Fragen stellten (denen er übrigens ausschweifend auswich). Ob es denn wirklich wünschenswert wäre, allen Parteien bei der Übertragung Möglichkeiten zur Zensur und zur Lawful Interception einzuräumen, warum das Buzzword Micropayment in diesem Zusammenhang nicht näher erklärt wurde, wer die Hoheit über die Zertifikate hat usw. Wie man denn unterbinden will, daß Nutzer einen eigenen Call-Server in Russland via SSL-Tunnel benutzen. Und so weiter.
Kurz erklärt: Hauptmerkmal von NGNs ist die Trennung von Signalisierungs- und Nutzdaten. Ein zentraler Call-Server erhält all die Signalisierungsdaten und handelt die Parameter der Verbindung mit dem Call-Server der Gegenstelle aus. Danach gehen die Nutzdaten den direkten Weg. Wenn der Call-Server es denn so will, natürlich.

Jetzt befaßt sich die IETF mit P2P. Und was soll dabei herauskommen? Zentrale “Orakel”-Server beim Netzanbieter, die Nutzdaten gehen den vom Orakel-Server vorgegebenen Weg. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?
Seltsamerweise geht die schwer in Mode kommene Trennung von Signalisierungs- und Nutzdaten immer einher mit zentralen Servern, die die Signalisierungsdaten überwachen verarbeiten oder auch selektiv unterdrücken.
Huch!

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