Ab in den Meltemi
24. August 2007
Wenn die Saison fast vorbei ist, werden die Yacht-Charter-Firmen preiswerter und das Segeln sportlicher. Wer denkt, daß ein Segel-Urlaub auf einer 44-Fuß-Yacht viel kostet, liegt falsch: ~350 pro Woche und Nase, dazu kommen Anreise (meist per Billig-Flieger) und rund ein Hunderter Bordkasse. Vorausgesetzt, man hat einen Skipper im Freundeskreis.
Mein Kollege Rosi und ich sind in der glücklichen Lage, so jemanden zu kennen, der mehrere Male im Jahr irgendwo auf der Welt für eine Woche so richtig Spaß hat. Da fahren wir ab morgen wieder mit, es geht in die Kykladen. Wir starten in Athen und beenden den Törn auf Syros. Dazwischen gibt es hoffentlich viele sportliche Tage mit Windstärken um die sechs Bft., denn zu dieser Zeit bläst dort der Meltemi.
Wenn man einige Tage zu Acht in einem Boot sitzt, lernt man sich natürlich intensiver kennen. Das Zusammengehörigskeitsgefühl ist ungeheuer stark, schließlich hat man unterwegs auch einige kritische Situationen zu meistern. Das Boot ist aber schon so groß, daß man sich auch schon mal für eine Weile aus dem Weg gehen kann. Beim letzten Mal hatte ich erst Bedenken, zusammen mit Rosi auch noch in den Urlaub zu fahren und daher die Arbeit nicht vergessen zu können. Die habe ich nun nicht mehr. Wenn man viele Jahre zusammen arbeitet, kann es passieren, daß man irgendwann nichts mehr privat unternimmt. Das kann eine Spirale werden: Ab einem gewissen Punkt kann man dann auch über nichts anderes mehr als über die Arbeit reden. Der letzte Törn in Sardinien war wunderschön, wir kamen nicht einmal auf die Idee, über unsere Arbeit zu reden.
Man kommt im Hafen an und ist sofort zu einhundert Prozent abgelenkt. Sachen einräumen hier, für acht Mann für eine Woche einkaufen (25 Flaschen Wein sind NICHTS;-), gucken wo die Fender verstaut sind, Rettungswesten einstellen und anprobieren, sich auf den Seekarten eine erste Orientierung verschaffen und so weiter und so fort. Irgendwann ist es Abend, man setzt sich verträumt in die Plicht und trinkt ein Glächen Wein. Durch die frische Seeluft ist man irgendwann so hundemüde, daß man in seiner Koje sofort auf Steinmodus schaltet.
So. Genug geschwärmt. Zum Abschluß gibts noch ein Foto und ein Filmchen vom Juli in Sardinien. Wir fahren da gerade bei einer 6-9 in die Straße von Bonifacio raus, dort hatten wir dann zwischen zwei und vier Meter Welle.
Und das Beste: Da draußen funktioniert das Handy relativ selten! Ha!


