Getty auf der Bilderjagd

18. März 2009

intern.de schreibt, daß Getty Images britische Gerichte testet. Dazu kann ich eine Episode aus unserem Bekanntenkreis hinzufügen. Ein Kunde von uns, eine Grafik-Agentur, hatte die Print-Rechte zweier Fotos für zwei Jahre erworben. Auf einer Website wurden die Fotos allerdings auch genutzt, ohne dafür die Rechte zu haben. Das von einer Wolke, eines von einer Blüte, stark beschnitten und stark herunterskaliert auf nur etwa 50 Pixel x 50 Pixel. Vor ein paar Tagen kam nun eine Rechnung über 700 Euro je Bild für die Nutzung im Web. Für ein Jahr.
Getty hat die bearbeiteten Bilder im Internet gefunden. Wie so etwas klappt, kann man sich z.B. bei tineye.com anschauen. Man lädt ein Bild hoch oder gibt die URL eines Bildes an und bekommt als Ergebnis eine Liste anderer Webseiten, die dieses Bild auch verwenden. Und es überrascht sehr, wie stark bearbeitet ein Bild sein kann und trotzdem noch gefunden wird: gedreht, beschnitten, skaliert, in Fehlfarben, mit Schrift überzogen, Collagen uvm. Ein schöner Test sind Werbefotos von Startseiten unserer Mitbewerber;-)

Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir weitere Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie vorstelle.

Besagte Agentur setzt eine fünfstellige Summe im Jahr bei Getty um und konnte sich mit denen im Guten einigen. Aber grundsätzlich: Würde ein Musiker die Honorare von Fotografen für seine Arbeit verlangen, würde man ihn für verrückt erklären.

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