Ich hamstere.
17. Dezember 2007
Wie man so schön sagt, bringe ich gerade ganz schnell meine Schäfchen ins Trockene. Ich tätige Hamsterkäufe. Als Laie in Volkswirtschaft und Finanzpolitik hier meine Überlegungen dazu.
China hat gerade immense Probleme mit der Inflation, ein normaler Chinese kann sich mittlerweile kaum noch Fleisch leisten. Spekulieren wir hier nicht über die Gründe, sondern über mögliche Lösungsansätze. Preise festzuschreiben, hat schon früher in Rom nicht funktioniert. Da sich das Geld größtenteils in der Hand staatlicher Unternehmen befindet, fallen Steuern als Mittel zur Regulierung auch aus, genau wie Zölle Gift für den Export wären. Wie die EZB die Geldmenge dem Potential der Produktionskapazitäten anzupassen, ist offenbar gescheitert. Es ist auch eine Gratwanderung, den Kurs der eigenen Währung durch Dollar-Käufe möglichst niedrig zu halten, damit die Exporte laufen und Investitionsgüter sowie Rohstoffe teuer importieren zu müssen. Dann kam der Kursverfall des Dollar – zu dumm, daß der Renminbi an den Dollar gekoppelt ist.
Was China jetzt schon angekündigt hat: Die Dollarbindung kurz- bis mittelfristig aufzuheben. Preise für chinesische Produkte werden schlagartig steigen und als Folge der Preisdruck auch international nachlassen.
In den letzten Jahren haben wir uns so sehr an eine stahlharte Währung gewöhnt, daß wir gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn sie weniger wert wäre. Dazu kann ich mir zwei Szenarien vorstellen:
Szenario 1:
Es mehren sich Stimmen die prognostizieren, daß der Dollar innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre gegenüber dem Euro aufwerten wird: Schon jetzt gibt es eine Differenz zwischen Kurswert und tatsächlicher Kaufkraft. Wären nicht dieser starke Euro und der schwache Dollar, würde ein Liter Benzin übrigens schon heute 1,90 Euro kosten.
Szenario 2: Die Chinesen schichten nach Aufhebung der Dollarbindung schrittweise Teile ihrer angehäuften 1,4 Billionen Dollar in Euro um. Ich wage mir die Folgen für die Weltwirtschaft gar nicht auszumalen, sollte das zu schnell geschehen.
So oder so: Mittelfristig werden wir die Werte verschiedener Güter wieder nach oben korrigieren müssen. Den Wert von Energie auch immer weiter. Hoffentlich reicht der Preissprung, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Für Arbeitslose dürfte sich die Situation dann eher noch weiter zuspitzen.

